Seitenanfang

Sprungmarken

Hauptinhalt

PRESSESPIEGEL:

Wiesbaden, 23. August 2010
Aus dem "Wiesbadener Tagblatt" vom 23.08.2010

Abschied von der Heimat

ANNY-LANG-HAUS Wehmütige AWO-Party vor dem Abriss Mitte September
Mit einer großen Party hat die Arbeiterwohlfahrt Abschied genommen vom Anny-Lang-Haus. „Beschlüsse sind schnell gefasst. Der Schmerz kommt erst, wenn die Bagger anrücken“, sagte der Kreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Wolfgang Stasche. „Hier geht eine Ära zu Ende“, erklärte Stasche in seiner Begrüßungsrede. Unter den knapp 250 Gästen befanden sich auch Sozialamtsleiter Franz Betz, der ehemalige Oberbürgermeister Rudi Schmitt sowie der SPD-Landtagsabgeordnete Ernst-Ewald Roth. Auch Bundestagsabgeordnete Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) kam kurz vorbei.

„Das Haus war immer ein Stück Heimat“, so Wolfgang Stasche. Viel Fröhlichkeit habe das Anny-Lang-Haus erlebt. In der letzten Zeit sei es aber immer mehr zum Sorgenkind geworden, auch hinsichtlich der finanziellen Lage der AWO. „Wir konnten das Haus nicht mehr voll belegen“, erklärte Stasche. Dazu kamen noch die Auflagen der Feuerwehr. „Hier hätte alles neu gemacht werden müssen, das konnten wir nicht bezahlen“, bedauerte er.

Am 15. September werden Anny-Lang-Haus und Kita abgerissen. „Einige Mitglieder hielten eine Party zum Abriss des Hauses für unangebracht“, berichtete AWO-Geschäftsführerin Hannelore Richter. Man wolle nun aber nach vorn blicken und mit der Feier eine neue Ära einläuten. Man stehe bereits in Kontakt mit dem Landeswohlfahrtsverband und plane ein Wohnheim für Jugendliche mit Behinderungen.

„Das ist noch Zukunftsmusik“, erklärte Wolfgang Stasche. Man wolle Schritt für Schritt an die Planung herangehen. Zunächst sei unmittelbar nach dem Abriss des Anny-Lang-Hauses der Neubau der Kita auf dem Gelände Unter den Eichen an der Reihe. Der Neubau solle Platz für 125 Kinder bieten und zudem ein vergrößertes Außenareal aufweisen. Zudem baue man im Herbst das neue Pflegeheim in Bierstadt mit 120 Betten. „Das will auch alles erst einmal finanziert sein“, erklärte der Kreisverbandsvorsitzende. Eines steht allerdings jetzt schon fest: Sollte ein Neubau mit Hotelbetrieb auf dem jetzigen Areal entstehen, wird dieser auch wieder den Namen „Anny-Lang-Haus“ tragen. Das versprach Hannelore Richter am Rande der Feierlichkeiten.

„Das Haus war der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der AWO“, erklärte Wolfgang Stasche. „Wir freuen uns auf das, was kommt“, tröstete Hannelore Richter.